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Internationale Elite der Sportmedizin trifft sich zur 10. MEDICA MEDICINE + SPORTS MEDICINE in Düsseldorf

by Hendrik Zech

Innovative Verfahren und Technologien für den Spitzen- und Gesundheitssport im Blickpunkt

Bereits zum 10. Mal wird sich in diesem Jahr Mitte November die internationale Elite der Sportmedizin wieder in Düsseldorf zur MEDICA MEDICINE + SPORTS CONFERENCE treffen im Rahmen der weltführenden Medizinmesse MEDICA. Die englischsprachige Konferenz bringt am Mittwoch und Donnerstag, 16. und 17. November (Laufzeit MEDICA 2022: 14. – 17. November), renommiertes Fachpublikum aus der sportmedizinischen Praxis, Sportwissenschaft, Physiotherapie oder u. a. auch aus dem technischen Bereich zum interdisziplinären Dialog über innovative Ansätze in Prävention, Regeneration und Rehabilitation im Spitzen- sowie Gesundheitssport im Congress Center Düsseldorf (CCD Süd) zusammen.

So muss sich die Disziplin der Sportmedizin weltweit unverändert in vielfacher Weise mit den Folgen der Covid-Pandemie befassen. Am Mittwoch, den 16. November präsentiert Prof. Alexandra Nieters, Leiterin der Forschungsgruppe am Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI) des Universitätsklinikums Freiburg, erstmalig die Ergebnisse einer umfassenden Post-Covid Studie mit mehr als einer halben Million Fällen. Bereits in einer vorliegenden Studie legte sie dar, dass die Belastungen sechs bis 12 Monate nach der akuten Infektion selbst bei jungen und mittelalten Erwachsenen nach einer leichten akuten SARS-CoV-2-Infektion beträchtlich bleiben. Sie beeinträchtigt den allgemeinen Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit. Aber viele fühlen sich zumindest nach einer durchgestandenen Infektion sicherer hinsichtlich einer möglichen Folgeinfektion. Ist diese Zuversicht jedoch wirklich gerechtfertigt? Nieters wird zumindest Hinweise für Antworten auf diese relevante Frage darlegen. Für eine Entwarnung gibt es jedenfalls bislang keinen Anlass. Ob eine COVID-19-Infektion gesundheitliche Risiken und eine chronische Leistungsbeeinträchtigung bei Sportlerinnen und Sportlern mit sich bringt, zeigt Manuel Widmann, Abteilung für Sportmedizin, Universitätsklinikum Tübingen. Er wird erste Ergebnisse der „CoSmo-S-Studie“ vorstellen. Sie soll Hilfestellung geben, das individuelle Gesundheitsrisiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 im Sport und die Wiederaufnahme der sportlichen Aktivität zu bewerten. Der Kardiologe Prof. Andreas Hagendorff, Leiter der Echokardiographielabore des Universitätsklinikums Leipzig, schlägt aus kardiologischer Sicht und basierend auf seiner Expertise täglicher Behandlungen von Covid-Betroffenen einen neuen diagnostischen Ansatz vor, der weltweit bei „Return-to-play“-Entscheidungen unterstützen helfen könnte. Diesen Ansatz wird Hagendorff in seinem Konferenzvortrag näher erläutern. Prof. Rembert Koczulla, Chefarzt des Pneumologiezentrums der Schön Klinik Berchtesgadener Land und Professor an der Philipps-Universität Marburg, ist leitender Koordinator der Leitlinie „Long/ Post-COVID“. Er stellt die neuesten Empfehlungen aus Sicht der Pneumologie in Düsseldorf dar.

Sport ist essenziell in der Prävention – am Arbeitsplatz, im Klinikum, im Alltag

Die Pandemie hat in alarmierender Weise zu einer weiteren Abnahme der sportlichen Aktivität vieler Bevölkerungsgruppen geführt. Die Rolle des Sports in der Prävention, Gesundheitskompetenz und Sportprogramme am Arbeitsplatz gehören nicht zuletzt deshalb zu den Konferenzthemen und zwar am Mittwochnachmittag, 16. November. So beantwortet Prof. Dieter Leyk, Leiter der Forschungsgruppe Leistungsepidemiologie an der Sporthochschule Köln, die Frage, wie Erwachsene mit einem sitzenden Lebensstil zu mehr Bewegung motiviert werden können. In einem „aktiven“ Klinikum, wie es Prof. Johannes Zwerver, Sport & Exercise medicine, University of Groningen, Niederlande, präsentiert, wird beispielsweise untersucht, wie fit der Patient ins Krankenhaus kommt, in eine Operation hineingeht und optimaler Weise, wie es zuhause weitergeht.

Wearables als Schlüsseltechnologie evidenzbasierter Diagnostik

Wearables, also körpernah getragene Technologien, werden als ein Schlüssel dazu angesehen, die Medizin und den Sport ans Individuum anzupassen. Wie gut sind wir jedoch auf diese Entwicklung vorbereitet? Aus Sicht von PD Dr. Moritz Schumann, Abteilung Molekulare und zelluläre Sportmedizin der Sporthochschule Köln, sollte zwingend die Verbreitung und Vermarktung im Gesundheitsbereich wissenschaftlich begleitet werden. Schumann ist Mit-Koordinator eines Netzwerks zur Erarbeitung international gültiger Standards im Bereich „Wearable Technology“ und in seinem Vortrag geht es um evidenzbasierte Diagnostik und Standards für die Validierung von Wearables. Im folgenden Konferenzbeitrag am Donnerstagvormittag zeigt Yannis Pitsiladis, Professor an der Universität Brighton und Mitglied der medizinischen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees, wie der Spitzensport den Einsatz von Wearables befördert. Prof. Björn Eskofier, Professor an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg stellt die künftige Roadmap des Technologieeinsatzes im Spitzensport vor – von Sensoren bis zum digitalen Zwilling.

Kontinuierliche Blutzuckermessung könnte Training revolutionieren

Für die Individualisierung von Trainingsprogrammen im Spitzensport können viele Vital- und Leistungsparameter herangezogen werden. Das kontinuierliche Glucose-Monitoring über smarte Patches wird seit einiger Zeit im medizinischen Bereich bei der Behandlung von Diabetes eingesetzt. Bereits heute könnte es jedoch zudem Trainings- und Ernährungspläne generell auf den Kopf stellen: „Continuous glucose monitoring for everyone“ lautet der entsprechende Titel des Vortrags von Dr. Lutz Graumann, Rosenheim, der dies übrigens auch im Selbstversuch testet. Im darauf folgenden „Shark Tank“ zeigen junge Unternehmen – ähnlich der „Höhle des Löwen“ im Fernsehen – digitale Innovationen. Dazu zählen „Supersapiens und Hello Inside“, die Apps auf der Basis der kontinuierlichen Blutzuckermessung im Spitzensport und normalen Alltag erfolgreich umsetzen. Weitere Beiträge zeigen digitale Biomarker fürs Performance Management, Zukunftstechnologien für das Fußball- und Lauftraining sowie Gesundheitsmonitoring über die Stimme.

Neue Erkenntnisse zur Optimierung von Training, Schlaf und Ernährung stehen auf dem Programm

Die Individualisierung im Spitzensport und in Trainingsprogrammen steht in der Session 6 am Donnerstagnachmittag, 17. November, bei der MEDICA MEDINCE + SPORTS CONFERENCE im Fokus. Die Beiträge zeigen auf, wie genetische Marker und molekulare Blutmarker oder Metaboliten für die Individualisierung im Sport genutzt werden können. Wie die Individualisierung des Schlafmanagements im Spitzensport geht, weiß dabei Schlafexpertin Dr. Sarah Jakowski zu berichten. In einem Forschungsprojekt untersucht sie das Schlafverhalten, Schlafmuster und individuelle Schlafmanagementstrategien im Nachwuchs- und Spitzensport. Ein aktuelles Thema dabei ist die Berücksichtigung des Geschlechts. Prof. Petra Platen, Sportmedizinerin an der Ruhr-Universität in Bochum, fordert in ihrem Beitrag „Sportswomen are much more than just small sportsmen“, dass frauenspezifische Besonderheiten wie der Menstruationszyklus stärker bei der Planung von Training und Wettkämpfen berücksichtigt werden sollten. Derzeit führt sie ein Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) durch. Referentin Prof. Mara Konjer, Vizepräsidentin Sportentwicklung des DLV, zeigt im Rahmen ihrer Studie die Bedeutung der (Un-)Gleichstellung der Geschlechter als wichtige Determinante für die Teilnahme und den Erfolg von Ländern im internationalen Frauenspitzensport.

Die Individualisierung der Sportmedizin hat viele Facetten, von denen zahlreiche bei der MEDICA MEDICINE + SPORTS CONFERENCE und den knapp 30 Speakern aufgegriffen werden. Partner der 10. Ausgabe der von der Ärztekammer als Fortbildungsveranstaltung akkreditierten Konferenz sind: DGSP (Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention), dvs (Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft), WISS (Bundesinstitut für Sportwissenschaft), FIMS (Federation Internationale de Medecine du Sport), EFSMA (European Federation of Sports Medicine Associations, EiM (American College of Sports Medicine), Sport Speaker, WT Wearable Technologies Group. Industriepartner sind unter anderem Kinexon, SmarTracks, Supersapiens, bioniq.

 

Text: Messe Düsseldorf GmbH

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