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Getränke und Liquid Food nachhaltig herstellen

by Hendrik Zech
  • Reduzierung des CO2-Footprints ist Ziel vieler Branchenteilnehmer
  • Unterschiedliches Potenzial für die Einsparung von CO2 pro Produktgruppe in der Getränke- und Liquid-Food-Herstellung
  • Leitthema Sustainability im drinktec Inspiration Hub

Sieben der zehn größten Getränkehersteller weltweit haben das 1,5°C-Ziel des UN Global Compact unterzeichnet. Sie setzen sich wissenschaftlich überprüfte Ziele – die Science Based Targets – für die Reduzierung ihrer Emissionen. Doch nicht nur die Top-Ten der Getränkeindustrie haben sich in diesem Netzwerk verpflichtet: Auch die Anbieter von Molkereiprodukten oder flüssigen Lebensmitteln positionieren sich für nachhaltige Herstellungs- und Verpackungsprozesse.

Die Branche ist sich längst dessen bewusst, dass ein schonender Umgang mit allen Ressourcen zur Pflicht im unternehmerischen Handeln gehört. Die drinktec 2022 von 12. bis 16. September 2022 in München ist die Plattform für Nachhaltigkeitsthemen bei allen Schritten in der Herstellung von Getränken und Liquid Food.

Insgesamt 807 Teilnehmer verzeichnet der UN Global Compact aus der Getränke- und Lebensmittelbranche. Dabei sind beispielsweise kleine und mittelgroße, regional aufgestellte Mineralwasserunternehmen, große Brauereikonzerne und auch namhafte Hersteller aus dem Wein- und Spirituosensektor oder der Molkerei- und Lebensmittelbranche. Auch die Lösungsanbieter wie Hersteller von Ingredients, Komponenten oder Maschinen sind vertreten. Es ist also längst angekommen in der Branche, dass nachhaltiges Produzieren nicht mehr nur Kür ist. Es ist ein Pflichtbestandteil für die eigene Unternehmensausrichtung in der Branche und beim Konsumenten.

Erstmals wieder persönlicher Austausch in der Branche

Ein wichtiger Innovationsfaktor für die Hersteller von Getränken und Liquid Food sind die Impulse ihrer Maschinen- und Anlagenanbieter. Diese Unternehmen bieten schon seit einigen Jahren Lösungen für nachhaltige Prozesse an. Der Treffpunkt schlechthin für diesen Austausch in der Branche ist die Weltleitmesse drinktec in München. „Mehr als zwei Jahre lang waren die Bedingungen für einen persönlichen Austausch äußerst schwierig. Die Anbieter von Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnologie sind nun hoch motiviert, ihre technischen Entwicklungen wieder persönlich vorzustellen“, betont Petra Westphal, Projektleiterin der drinktec. Das Interesse der Aussteller für eine Standbeteiligung zeige auf, dass der persönliche Austausch und das Präsentieren von technischen Lösungen vor Ort weiterhin hohen Stellenwert genießen. „Die drinktec punktete schon immer mit zahlreichen Maschinenpräsentationen und der Vielfalt an Lösungen, die direkt auf dem Messegelände vorgeführt werden. Und das gilt insbesondere für die Lösungen rund um eine nachhaltige Ausrichtung aller Herstellungs- und Verpackungsschritte.“ Das Potenzial dafür ist jedenfalls groß: Einer Studie von Euromonitor zufolge planen mehr als 70 Prozent der Food & Beverage-Unternehmen Investitionen in nachhaltige Aktivitäten.

Was können die Produzenten von Getränken und Liquid Food tun?

Neben der Reduzierung des CO2-Footprint müssen sinnvolle und nachhaltige Verpackungsstrategien in den Markt gebracht sowie der Verbrauch von Ressourcen minimiert werden. Die Spanne der Programme bei den Getränke- und Liquid-Food-Herstellern deckt viele Perspektiven ab. Der Anspruch, zu den ersten klimaneutralen Brauereien zu gehören, ist eine Variante. Die Einführung einer bioabbaubaren Spirituosenflasche eine andere – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Für die Reduzierung des CO2-Footprints gibt es – gemäß Informationen aus der Branche – unterschiedliche Hebel in den einzelnen Produktkategorien: Im Bereich Mineralwasser entfallen 52 Prozent des CO2-Fußabdrucks auf die Verpackung. Für die Sparte der karbonisierten Erfrischungsgetränke liegt dieser Anteil bei 43 Prozent. Hier fallen dann auch noch mit 25 Prozent die Emissionen bei der Herstellung und Gewinnung der Getränkegrundstoffe ins Gewicht. Für Brauereien zeigt sich nochmals ein anderes Bild: 15 Prozent des gesamten CO2-Fußabdrucks entfallen auf den Energie- und Medienbedarf bei der Bierherstellung und 24 Prozent auf die Gewinnung der Rohstoffe. Bei Milchprodukten wiederum liegt der Anteil des CO2-Fußabdrucks mit 78 Prozent in der landwirtschaftlichen Erzeugung. Es ist also ein sehr differenziertes Bild für jedes individuelle Produktionsszenario, wenn die CO-Emissionen reduziert werden sollen.

Doch welche Lösungen stehen zur Verfügung?

Eine nachvollziehbare Lieferkette beim Einsatz von Rohstoffen für alle Produkt-sorten zeigt auf, welche Ressourcen im Upstream-Bereich eingespart werden können. Ungenutzte Rohstoffe, die bisher als Reststoffe entsorgt werden mussten, könnten in einer Biomasseaufbereitung verarbeitet werden. Eine Temperaturmodifizierung im Brauprozess kann zu niedrigeren Verdampfungsraten beitragen. Kreislaufsysteme beim Einsatz von Prozesswasser unterstützen bei der Einsparung von Energie. Die Bandbreite der Lösungen deckt nicht nur die direkt mit dem Herstellungs- und Abfüllvorgang verbundenen Aufgaben ab, sondern reicht weit darüber hinaus. Einfache Clip-Lösungen aus Karton für Gebinde, hochgenaue Erkennungssysteme für die Flascheninspektion und Materialerkennung sowie Recyclinglösungen für Kunststoffflaschen zahlen alle auf einen Aspekt ein: die Schonung von Ressourcen.

Wie anfangen?

Die Hersteller nennen einige Hürden, die bei Nachhaltigkeitsprojekten überwunden werden müssen: Fehlende Messpunkte, ein notwendiger Austausch von Ausrüstungen und mangelnde Erfahrung bezüglich der Umsetzung von Nachhaltigkeitsprojekten. Mehr als eine dieser Hürden lassen sich mit dem Besuch der drinktec 2022 überspringen. Mit umfassender Beratung der Aussteller zur individuellen Aufgabe im Getränke- bzw. Lebensmittelbetrieb und Best-Practise-Beispielen wird Ressourcenschonung und Energieeffizienz machbar. Und die Messeorganisatoren setzen noch eines drauf: Das Rahmenprogramm im drinktec Inspiration Hub in den Hallen A3 und B3 bietet zum Leitthema Sustainability zahlreiche Impulse von Ausstellern und Branchenexperten für eine nachhaltige Produktion und Supply Chain.

Text: Messe München GmbH

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