- Aktuelle Indikatoren deuten nach einer leichten Belebung im vierten Quartal 2025 auf eine fortgesetzte konjunkturelle Erholung zu Jahresbeginn hin: Die starke Zunahme der Industrieaufträge zum Jahresende spricht für eine allmähliche Belebung der industriellen Aktivität im weiteren Jahresverlauf. Die Unternehmensstimmung hat sich tendenziell aufgehellt, wenn auch ausgehend von einem niedrigen Niveau. Auf der Verbraucherseite verbesserte sich Konsumstimmung zuletzt schrittweise. Insgesamt mehren sich die Anzeichen, dass die bislang fragile konjunkturelle Erholung, auch getragen von der zunehmenden Nachfrage im Zuge der Beschaffungen im Verteidigungsbereich sowie des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität, an Stabilität gewinnt.
- Die Industriekonjunktur zeigt zum Jahresende ein uneinheitliches Bild: Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ging – nach einer spürbaren Produktionsausweitung in den Vormonaten – mit -1,9 Prozent deutlich zurück. Sowohl die Industrieproduktion als auch der Energiebereich haben sich spürbar abgeschwächt. Im Baugewerbe stieg die Produktion dagegen an. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nahmen dagegen im Dezember mit +7,8 Prozent deutlich zu, getragen vor allem von inländischen Großaufträgen. Der Produktionsrückgang im Dezember ist daher eher als Atempause zu sehen.
- Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Dezember geringfügig um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, nachdem der Novemberwert leicht nach unten revidiert wurde. Das Gesamtjahr 2025 schloss der Einzelhandel nach vorläufigen Zahlen – auch bedingt durch einen Sondereffekt – mit einem Plus von 2,7 Prozent ab. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Januar im Vormonatsvergleich ein Minus von 13,9 Prozent; in der Dreimonatsbetrachtung ein Rückgang von 4,5 Prozent. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine leichte Aufhellung der Konsumentwicklung zum Jahresbeginn 2026 hin.
- Die Inflation betrug im Januar 2026 2,1 Prozent und lag damit etwas höher als noch im Dezember mit 1,8 Prozent. Der Preisauftrieb geht weiter maßgeblich von Dienstleistungen aus, die die preisdämpfenden Effekte sinkender Energiepreise kompensieren. Dazu kommen wieder stärker gestiegene Nahrungsmittelpreise. Die Preisentwicklung bei Industriegütern blieb dagegen moderat. Insgesamt wird die Inflation weiter von binnenwirtschaftlichen Faktoren bestimmt, insb. von Löhnen und Kosten in Dienstleistungsbranchen wie Pflege, Gesundheit und sonstigen sozialen Dienstleistungen, während Importpreise und Energiepreise insgesamt weiterhin dämpfend wirken.
- Im Januar stagnierte die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit, während die Zahl der Erwerbstätigen im Dezember einen leichten Rückgang verzeichnete (-6 Tsd.). Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm im November etwas ab (-5 Tsd.). Angesichts weiterhin gedämpfter Frühindikatoren und des fortschreitenden demografischen Wandels bleibt der Arbeitsmarkt zu Jahresbeginn weiter ohne Dynamik.
- Der IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für Januar einen Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von 4 Prozent gegenüber Januar 2025 aus.
Die konjunkturelle Erholung gewinnt an Stabilität
Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland verlief zum Jahresende 2025 etwas günstiger als zuvor angenommen: Laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes hat die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2025 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugenommen – und damit etwas mehr als in der ersten vorläufigen Schätzung von Mitte Januar gemeldet. Wachstumsbeiträge gingen dabei laut Statistischem Bundesamt insbesondere von der Binnennachfrage aus, vor allem den privaten und staatlichen Konsumausgaben. Aber auch die Investitionstätigkeit, insbesondere im Bau, dürfte sich vor dem Hintergrund der bisher vorliegenden Daten weiter erholt haben.
Aktuelle Indikatoren deuten zu Jahresbeginn auf eine fortgesetzte konjunkturelle Erholung hin. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewebe sind zum Jahresende kräftig gestiegen, wobei vor allem vom Inland wesentliche Impulse ausgingen. Aber auch von außenwirtschaftlicher Seite zeigten sich zuletzt positive Signale: Die Auftragseingänge aus dem Ausland, insbesondere außerhalb der Eurozone, haben zum Jahresende spürbar zugenommen, und die Warenausfuhren wiesen im Dezember den höchsten monatlichen Zuwachs seit über vier Jahren auf.
Auch wenn sich die Industrieproduktion im Dezember spürbar abgeschwächt hat, deutet die anhaltende, deutliche Verbesserung der Auftragslage auf eine Trendwende bei der Industriekonjunktur in den kommenden Monaten hin. Vor diesem Hintergrund hat sich auch die Stimmung in den Unternehmen zuletzt wieder etwas aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex verharrte im Januar bei 87,6 Punkten, wobei sich jedoch die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe merklich aufhellte: Die Unternehmen waren zufriedener mit den laufenden Geschäften und auch die Erwartungen fielen deutlich weniger skeptisch aus. Vor dem Hintergrund der jüngsten Belebung der Auslandsaufträge tendierten auch die Exporterwartungen zuletzt etwas günstiger. Gleichzeitig signalisierte der S&P-Einkaufsmanager-Composite-Index im Januar eine leichte Expansion der gesamtwirtschaftlichen Aktivität.
Die Dynamik im privaten Dienstleistungssektor hat sich dagegen zuletzt etwas abgeschwächt. Die konsumnahen Dienstleistungen stagnierten, wobei lediglich das Gastgewerbe spürbar zulegte. Auch die unternehmensnahen Dienstleister büßten an Dynamik ein, was sich in jüngsten Unternehmensumfragen widerspiegelt. Demnach hat sich das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor etwas eingetrübt; die Unternehmen beurteilten sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen skeptischer. Günstiger stellt sich die Stimmung allein im Handel dar, der sich merklich zufriedener mit der Geschäftslage zeigte. Auch die Indikatoren zur Verbraucherstimmung deuten am aktuellen Rand auf eine etwas verbesserte Konsumlaune hin, wenn auch weiterhin ausgehend von einem niedrigen Niveau. Für Februar zeigt das GfK-Konsumklima eine leichte Erholung an, wobei sich sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung verbesserte. Auch das HDE-Konsumbarometer legte zuletzt zu und erreichte im Februar den höchsten Stand seit August 2025.
Insgesamt mehren sich die Anzeichen, dass die bislang fragile konjunkturelle Erholung an Stabilität gewinnt. Vor allem von der zunehmenden Nachfrage im Zuge der Beschaffungen im Verteidigungsbereich sowie des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität dürften im weiteren Jahresverlauf wesentliche Impulse für die Industriekonjunktur ausgehen, die die gesamtwirtschaftliche Erholung stützen.
Robuste Weltwirtschaft bei unstetem Welthandel
Die weltweite Industrieproduktion ist im November erneut gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, lag damit aber immer noch um 2,3 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Während in den Industrieländern geringfügig mehr als im Oktober produziert wurde, ging die Ausbringungsmenge in den Schwellenländern, insbesondere in Osteuropa und China, um 1,3 Prozent zurück. Für den Start in das Jahr 2026 deuten Frühindikatoren wieder auf eine zunehmende weltwirtschaftliche Dynamik hin: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im Januar leicht gestiegen, von 52,0 auf 52,5 Punkte. Damit liegt er oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und deutet auf ein moderates weltwirtschaftliches Wachstum hin. Eine leichte Verbesserung der Stimmung gegenüber dem Vormonat war sowohl im Dienstleistungsbereich als auch in der Industrie zu verzeichnen. Auch die Konjunkturerwartungen an den Finanzmärkten weisen am aktuellen Rand aufwärts. Laut Sentix-Index hat sich die Stimmung der Finanzakteure mit Blick auf die Weltwirtschaft zum sechsten Mal in Folge verbessert. Hierzu trug neben dem Hauptmotor Asien zuletzt auch eine spürbar positivere Einschätzung für den Euroraum bei.
Beim Welthandel setzt sich das Auf und Ab fort. Nach einem Rückgang im Oktober ist der weltweite Warenhandel im November wieder um 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Damit lag er um kräftige 5,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Da für die USA infolge des Shutdowns für den November noch keine Außenhandelsdaten vorlagen, sind die Daten allerdings mit größerer Unsicherheit behaftet als üblich. Für das Jahresende 2025 deuten Containerumschlagsdaten auf eine weiter zunehmende Handelsaktivität hin. So ist der RWI/ISL-Containerumschlag-Index im Dezember – vor allem dank des deutlich steigenden Güterumschlags in den chinesischen Häfen – saisonbereinigt von 142,0 auf 143,2 Zähler gestiegen. In den europäischen Häfen ging er dagegen nach dem vorangegangenen deutlichen Anstieg leicht zurück.
Insgesamt rechnen internationale Organisationen wie der IWF nach einem Plus von rund vier Prozent im vergangenen Jahr für das Jahr 2026 mit einer Verlangsamung des globalen Handelswachstums auf 2 ½ Prozent. Einerseits werden die Effekte von Zollanhebungen und anhaltender handelspolitischer Unsicherheit nach dem Abklingen der Vorzieheffekte zu Beginn des Jahres 2025 zunehmend sichtbar; insbesondere die US-Importe dürften sich im laufenden Jahr laut Analysteneinschätzungen abschwächen. Andererseits dürften sich die Investitionen im KI-Bereich weiterhin dynamisch entwickeln und damit ein wesentlicher Treiber für die globale Handelsaktivität bleiben, insbesondere bei Halbleitern, Prozessoren und Rohstoffen für den Hightech-Bereich.
Auslandsgeschäft legt zum Jahresende zu
Zum Jahresende sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen mit +2,2 Prozent im Dezember saison- und kalenderbereinigt nach dem vorangegangenen Rückgang wieder gestiegen. Während bei den Dienstleistungsexporten ein deutliches Minus von 5,6 Prozent zu Buche schlug, expandierten die Warenexporte mit +4,9 Prozent außerordentlich kräftig. Sowohl in die EU- als auch in die Nicht-EU-Länder wurden deutlich mehr Waren geliefert als im Vormonat, wobei die Ausfuhren in die USA mit +8,9 Prozent und nach China mit +10,7 Prozent besonders stark zulegten. Die im Verlauf des Jahres kumulierten Rückgänge konnten damit jedoch nur zum Teil ausgeglichen werden: So ist im Vergleich zum Dezember 2024 noch immer ein deutliches Minus von 9,7 Prozent bei den Ausfuhren in die USA zu verzeichnen. Insgesamt haben die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen im vierten Quartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen stiegen im Dezember mit +3,1 Prozent erneut gegenüber dem Vormonat. Sowohl die Wareneinfuhren aus EU-Ländern als auch aus Drittstaaten nahmen zu, wobei die Importe aus den USA und aus China überproportional expandierten. Im Vergleich zum dritten Quartal lagen die Einfuhren im Schlussquartal 2025 insgesamt um 2,1 Prozent im Plus. Der monatliche Überschuss im Handel mit Waren und Dienstleistungen ging infolge des stärkeren Zuwachses der Importe im Vergleich zu den Exporten von 5,7 Milliarden Euro auf 4,6 Milliarden Euro zurück. Für das Gesamtjahr 2025 lag der Außenhandelsüberschuss bei 107,3 Milliarden Euro, und damit um 36 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Einfuhrpreise sind im Dezember nach den vorangegangenen Anstiegen saisonbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Grund hierfür waren geringere Energie- und Rohstoffpreise. Da die Ausfuhrpreise gleichzeitig leicht um 0,1 Prozent stiegen, verbesserten sich die Terms of Trade im Vormonatsvergleich um 0,3 Prozent. In realer Rechnung dürfte der Anstieg der Ausfuhren damit etwas schwächer und der Anstieg der Einfuhren etwas stärker ausgefallen sein.
Die Frühindikatoren für den Außenhandel haben sich zum Jahreswechsel aufgehellt: Laut ifo Exporterwartungen blickten die Unternehmen zuletzt weniger skeptisch auf ihr Auslandsgeschäft, der Indikator blieb im Januar aber mit einem Anstieg von -3,0 auf -1,2 Saldenpunkte weiter im negativen Bereich. Erfreulich ist, dass der Automobilbau und die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen mit zunehmenden Exporten rechnen. Im gewichtigen Maschinenbau bleiben die Erwartungen aber pessimistisch.
Auch die Auftragseingänge aus dem Ausland scheinen sich zu beleben. Sie sind im Dezember infolge von Großaufträgen mit saisonbereinigt +5,6 Prozent gegenüber dem Vormonat den zweiten Monat in Folge kräftig gestiegen. Aufträge aus dem Euroraum gingen zwar leicht zurück, liegen im Dreimonatsvergleich mit +6,2 Prozent aber weiter deutlich im Plus. Auch ohne Großaufträge war ein leichtes Plus von 0,8 Prozent bei den Aufträgen aus dem Ausland zu verzeichnen.
Die Exportwirtschaft hat das von hohen Schwankungen geprägte Jahr 2025 mit einem unerwartet starken Monat beendet. Vor dem Hintergrund zuletzt wieder gestiegener Exporterwartungen und Auftragseingänge aus dem Ausland deutet sich damit zum Jahresbeginn eine vorsichtige Erholung an. Auch die Weltwirtschaft zeigt sich weiterhin robust. Angesichts struktureller Herausforderungen und weiterhin hoher geopolitischer Unsicherheiten bleibt die weitere Entwicklung jedoch insgesamt fragil.
Produktion und Auftragseingänge im Dezember uneinheitlich
Nach zuvor dreimaligen Anstiegen hat sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember spürbar abgeschwächt. Im Vormonatsvergleich verringerte sie sich preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,9 Prozent. Im gesamten vierten Quartal liegt der Ausstoß im Produzierenden Gewerbe damit aber noch knapp ein Prozent über dem Vorquartal bzw. kalenderbereinigt 0,4 Prozent über dem Niveau des vierten Quartals 2024.
Insbesondere die Industrieproduktion hat sich im Dezember mit einem Rückgang um 3,0 Prozent im Vormonatsvergleich deutlich abgeschwächt, aber auch die Energieproduktion musste einen Rückgang verzeichnen (-1,8 Prozent). Lediglich im Baugewerbe stieg die Ausbringungsmenge mit einem Plus von 3,0 Prozent deutlich.
Innerhalb der Industrie wies vor allem die zuvor kräftig gestiegene Ausbringung der Investitionsgüterproduzenten (-5,3 Prozent) wie auch die der Vorleistungsgüterproduzenten (-1,2Prozent) Rückgänge gegenüber dem Vormonat auf. Gebrauchs- und Verbrauchsgüterproduzenten verzeichneten dagegen leichte Zuwächse. Im Baugewebe zeigte sich sowohl im Bauhauptgewerbe (+4,4 Prozent) als auch im Hoch- (+8,4 Prozent) und Tiefbau (+0,6 Prozent) im Dezember eine Belebung, die auch auf die vergleichsweise milde Witterung zum Jahresende zurückzuführen sein dürfte.
Die einzelnen Wirtschaftszweige der Industrie zeigten erneut eine uneinheitliche Entwicklung: Produktionsausweitungen fanden vor allem im sonstigen Fahrzeugbau (+10,5 Prozent), bei der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (+3,8 Prozent), der Herstellung von Metallerzeugnissen (+3,2 Prozent), sowie der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+2,4 Prozent) statt. Eingeschränkt wurde die Produktion dagegen in den gewichtigen Branchen Kfz und Kfz-Teile (-8,9 Prozent), dem Maschinenbau (-6,8 Prozent), der Herstellung von chemischen (-2,4 Prozent) und pharmazeutischen Erzeugnissen (-1,8 Prozent) wie auch der Reparatur und Installation von Maschinen (-17,6 Prozent). Auch die Produktion der energieintensiven Industrien war mit -0,9 Prozent im Vormonatsvergleich erneut abwärtsgerichtet.
Im Quartalsvergleich zeigten sich sowohl die Industrieproduktion (+1,0 Prozent) als auch das Baugewerbe (+1,8 Prozent) zum Jahresende recht robust. Lediglich die Energieproduktion unterschritt mit -1,2 Prozent das Niveau des dritten Quartals.
Im Gegensatz zur Industrieproduktion erhöhten sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember weiter kräftig: Das Ordervolumen stieg preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber November um deutliche 7,8 Prozent. Wie bereits im Vormonat sind inländische Großaufträge ein zentraler Treiber der Auftragseingänge. Auch ohne Großaufträge legten die Auftragseingänge im Dezember um 0,9 Prozent zu. Verglichen mit Dezember 2024 lagen die Auftragseingänge insgesamt deutlich um 13,0 Prozent höher.
Die stärkste Nachfragedynamik kam erneut aus dem Inland, von wo die Bestellungen – auch beflügelt durch Großaufträge – deutlich um 10,7 Prozent gegenüber November zulegten. Auch die Nachfrage aus Ländern außerhalb der Eurozone zog mit +9,7 Prozent kräftig an, während die Order aus der Eurozone verglichen mit November um 0,6 Prozent zurückgingen.
In den einzelnen Gütergruppen erhöhten sich die Auftragseingänge gegenüber November insbesondere bei den Produzenten von Investitionsgütern (+10,5 Prozent) und von Vorleistungsgütern (+5,7 Prozent); die Bestellungen bei Verbrauchsgüter-, und Gebrauchsgüterproduzenten war dagegen rückläufig.
Die überwiegende Mehrheit der Wirtschaftszweige registrierte höhere Auftragseingänge: Die größten Zuwächse im Vormonatsvergleich kamen aus dem Bereich der Metallerzeugnisse (+30,2 Prozent), des Maschinenbaus (+11,5 Prozent), der elektrischen Ausrüstungen (+9,8 Prozent), der Metallerzeugung (+5,1 Prozent) und der Chemie (+4,7 Prozent), getragen durch Aufträge aus dem Inland wie auch der Nachfrage außerhalb der Eurozone. Auftragseingänge in der gewichtigen Kfz-Industrie fielen allerdings um 6,3 Prozent deutlich gegenüber November – hier belasteten vor allem rückläufige Aufträge aus dem Ausland jenseits der Eurozone. Die Auftragseingänge im sonstigen Fahrzeugbau verringerten sich nach den sehr kräftigen, durch Großaufträge dominierten Zuwächsen in den vergangenen Monaten um 18,7 Prozent, wobei sich die Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum zuletzt belebte.
Bereits seit einigen Monaten führen inländische Großaufträge – insbesondere in Verbindung mit öffentlichen Beschaffungen im Rahmen der Modernisierung der Bundeswehr wie auch mit Aufträgen im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität – zu Ausschlägen bei den monatlichen Auftragseingängen. Demgegenüber entwickeln sich die Auftragseingänge aus dem Ausland angesichts der handels- und geopolitischen Unwägbarkeiten tendenziell schwächer und unter stärkeren Schwankungen.
Insgesamt zeigt die Industriekonjunktur zum Jahresende ein gemischtes Bild. Zwar hat sich mit den vorliegenden Produktionszahlen die Ausgangslage etwas eingetrübt. Angesichts der spürbaren Produktionsausweitung in den Vormonaten ist der Rückgang im Dezember jedoch eher als Atempause zu sehen. Der kräftige, vor allem vom Inland getragene Anstieg der Auftragseingänge deutet auf eine fortgesetzte Erholung der Industrieproduktion in den kommenden Monaten hin.
Erlöse im Einzelhandel stagnieren; Stimmungsindikatoren leicht aufgehellt
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Dezember geringfügig um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, nachdem der Novemberwert leicht nach unten revidiert wurde. Während der Handel mit Lebensmitteln mit 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zulegte, gab der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 1,2 Prozent nach. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Dezember ein Plus von 1,4 Prozent, wobei der Handel mit Lebensmitteln um 2,4 Prozent und der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 0,7 Prozent zulegte. Im vierten Quartal 2025 zeigte sich der Gesamtumsatz im Einzelhandel mit +0,3 Prozent ebenfalls leicht aufwärtsgerichtet, wobei die relative Entwicklung der Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln rückläufig sowie schwächer als die mit Lebensmitteln (+1,1 Prozent) war. Das Gesamtjahr 2025 schloss der Einzelhandel nach vorläufigen Zahlen mit einem Plus von 2,7 Prozent ab (real, Originalwerte; 2024: +1,2 Prozent); Umsatztreiber war insbesondere der Internet- und Versandhandel. Allerdings kam bei diesem Aufwuchs ein Sondereffekt – die erstmalige Berücksichtigung von Umsätzen eines großen Onlinehandelsunternehmens – zum Tragen.
Der Umsatz im Gastgewerbe stieg im November ggü. dem Vormonat nominal um 2,8 Prozent und preisbereinigt um 2,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete das Gastgewerbe ein nominales Umsatzplus von 2,2 Prozent, in realer Rechnung hingegen ein Minus von 1,2 Prozent.
Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Januar im Vormonatsvergleich um 9,5 Prozent gesunken; in der Dreimonatsbetrachtung gingen sie um 4,2 Prozent zurück. Gegenüber Januar 2025 ergab sich ein Minus von 6,6 Prozent. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Vormonatsvergleich ein Rückgang von 13,9 Prozent und in der Dreimonatsbetrachtung eine Abnahme um 4,5 Prozent. Im Vergleich zum Januar 2025 lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen um 14,4 Prozent niedriger. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich im Januar um 7,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und sanken sowohl in der Dreimonats- als auch Jahresbetrachtung.
Nachdem sich der private Konsum zum Jahresende 2025 etwas belebt hat, deuten die Frühindikatoren auf eine Fortsetzung der positiven Konsumentwicklung zu Jahresbeginn hin.
Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Februar mit einer Zunahme von 2,8 Zählern auf – 24,1 Punkte aufhellen, während es im Januar um 3,5 Punkte auf – 26,9 gesunken ist. Positiv wirkte sich vor allem der deutliche Anstieg der Einkommenserwartungen aus. Auch die Anschaffungsneigung legte zu, während die Sparneigung nur geringfügig abnahm, aber auf hohem Niveau verblieb. Die Konjunkturerwartungen, die nicht Teil der Berechnung des GfK-Konsumklimas sind, stiegen spürbar an. Das HDE-Konsumbarometer verzeichnete im Februar die zweite leichte Zunahme in Folge. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) kletterte im Januar um 4,5 Zähler auf – 24,0 Punkte. Basis dieser Aufhellung sind deutlich gestiegene Geschäftserwartungen, die sich mit – 27,0 Zählern jedoch weiterhin im negativen Bereich bewegen. Auch die aktuelle Geschäftslage wurde weniger skeptisch beurteilt als noch im Dezember. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine leichte Aufhellung der Konsumentwicklung zum Jahresbeginn 2026 hin. Die Indikatoren bewegen sich jedoch weiterhin ganz überwiegend im negativen Bereich und signalisieren eine grundlegende Zurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Auch wenn sich aufgrund von Lohnzuwächsen, u.a. infolge des Mindestlohnanstiegs zum 1. Januar 2026, und gesunkenen Inflationssorgen die Verbraucherstimmung etwas aufgehellt hat, dürfte ein nachhaltiger Aufschwung des privaten Konsums maßgeblich von der weiteren Entwicklung des Arbeitsmarkts abhängen.
Inflation zu Jahresbeginn leicht gestiegen
Die vorläufige Inflationsrate lag im Januar bei +2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und war damit etwas höher als der Dezemberwert von 1,8 Prozent. Im Vormonatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise um +0,1 Prozent. Die Kerninflation lag im Januar mit +2,5 Prozent erneut deutlich über der Gesamtinflation. Dienstleistungspreise stiegen um +3,2 Prozent, während Warenpreise um +1,0 Prozent zulegten. Die Nahrungsmittelpreisinflation beschleunigte sich auf +2,1 Prozent und liegt damit in etwa auf dem 12-Monats-Durchschnitt. Energiepreise fielen um 1,7 Prozent.
Der Preisauftrieb wird weiter maßgeblich durch Dienstleistungen getragen – steigende Preise in personalintensiven Bereichen erklären den Großteil der Gesamtinflation und kompensieren die preisdämpfenden Effekte sinkender Energiepreise. Dazu kommen überproportional stark gestiegene Nahrungsmittelpreise. Der Preisauftrieb bei Industriegütern blieb dagegen moderat. Insgesamt wird die Inflation weiter von binnenwirtschaftlichen Faktoren bestimmt, insb. von Löhnen und Kosten in Dienstleistungsbranchen wie Pflege, Gesundheit und sonstigen sozialen Dienstleistungen, während Import- und Energiepreise insgesamt weiterhin entlastend wirken. Dämpfende Effekte ergeben sich weiterhin aus staatlichen Maßnahmen wie gesenkten Netzentgelten, dem Wegfall der Gasspeicherumlage und steuerlichen Entlastungen im Gastronomiebereich. Auf Erzeugerebene wirken sinkende Preise für landwirtschaftliche Güter mittelfristig preisdämpfend auf Nahrungsmittel, während sich die Preise von Industriegütern zuletzt stabilisierten und Dienstleistungspreise auch hier weiter zulegten.
Arbeitsmarktausblick bleibt zu Jahresbeginn verhalten
Der Arbeitsmarkt befindet sich weiterhin in der Stagnation. Im Januar blieb die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit unverändert (+0 Tsd.), die Unterbeschäftigung ging jedoch erneut leicht zurück (-4 Tsd. Personen). Die Zahl der Erwerbstätigen verzeichnete im Dezember einen leichten Rückgang (-6 Tsd.) und auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm im November etwas ab (-5 Tsd.). Im Vorjahresvergleich war der Rückgang mit -17 Tsd. Personen spürbarer, worin sich auch der fortschreitende demografische Wandel zeigt. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit nahm im November leicht zu (+6 Tsd. Personen) und bewegt sich damit weiterhin auf erhöhtem Niveau.
Die Frühindikatoren deuten bisher nicht auf eine Belebung des Arbeitsmarktes hin: Das IAB-Beschäftigungsbarometer lag im Januar mit 100,1 Punkten weiterhin in etwa auf der Expansionsschwelle. Das ifo Beschäftigungsbarometer hat gegenüber Dezember zwar spürbar zugelegt, erreichte mit 93,4 Punkten jedoch nur den durchschnittlichen Wert des Vorjahres. Dabei bleibt vor allem die Arbeitskräftenachfrage in der Industrie und im Handel weiterhin schwach, die Beschäftigungsperspektiven im Dienstleistungssektor haben sich hingegen etwas aufgehellt. Ein spürbarer Beschäftigungsaufbau im Bausektor ist bisher allerdings nicht absehbar. Insgesamt bleibt der Arbeitsmarkt zu Jahresbeginn daher weiter ohne Dynamik.
Unternehmensinsolvenzen weiterhin auf hohem Niveau
Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Januar mit 1.391 Insolvenzen einen Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von 4 Prozent gegenüber Januar 2025 aus. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten (16.865) ist im Vergleich zum Vormonat um 10 Prozent gestiegen und lag damit 18 Prozent über dem Wert von Januar 2025.
1In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 13. Februar 2026 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.
Text: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)
