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„Rauf mit den Löhnen, dann klappt’s auch mit dem Abstand“

by Hendrik Zech

IG BAU-Vorstandsmitglied Carsten Burckhardt äußert sich zur Aussage von Handwerkspräsident Wollseifer, dass das Bürgergeld zu hoch sei. „Ich kann dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Hans Peter Wollseifer nur zustimmen, wenn er sagt, dass die Grenzen zwischen dem von der Bundesregierung beabsichtigten neuen Bürgergeld [früher Hartz-IV] in Höhe von 502 Euro im Monat mit den Einkünften von Geringverdienern verschwimmen.

Nur zieht er daraus die vollkommen verkehrten Schlüsse“, sagt Carsten Burckhardt, als Bundesvorstandsmitglied der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt zuständig für Handwerkspolitik. „Denn es darf jetzt nicht heißen, runter mit dem Bürgergeld, das ohnehin zum Lebensunterhalt kaum reicht, sondern rauf mit den Löhnen. Dann klappt’s auch mit dem Abstand. Dann ist die Motivation wieder da, morgens um sieben Uhr zur Arbeit zu gehen.“ Burckhardt ist es unbegreiflich, dass die Arbeitgeberinnen immer nur eine Richtung kennen, nach unten. „Ob bei den Löhnen oder beim Bürgergeld, immer nur billig, billig, billig. Wie wäre es denn mal mit einer ordentlichen Wertschätzung der Arbeit, die die Handwerkerinnen verrichten. Soll übrigens auch motivierend wirken.“

„Was ich aber überhaupt nicht mehr hören kann, ist das Gejammer über den Fachkräftebedarf. Wenn die Ärmsten dieser Gesellschaft noch weniger bekommen, ist das jedenfalls kein Schritt zur Lösung des Problems“, so Burckhardt abschließend.

 

Text: Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)

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