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Starkes Auftragswachstum 2021, unsichere Aussichten für das laufende Jahr

by Redaktion

Groß- und Megaaufträge aus Schwellenländern sorgten 2021 für eine hohe Kapazitätsauslastung der Unternehmen des Großanlagenbaus.

Die von den Mitgliedern der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB) verbuchten Auftragseingänge für 2021 lagen mit 21,2 Milliarden Euro um 78 Prozent über dem Vorjahresniveau (2020: 11,9 Milliarden Euro). Triebfeder dieses Aufschwungs war das Auslandsgeschäft mit einer Exportquote von 85 Prozent. Groß- und Megaaufträge aus Schwellenländern sorgten für eine hohe Kapazitätsauslastung und lösten eine steigende Nachfrage nach Fachkräften aus. Gleichzeitig stiegen auch die Bestellungen für hochmoderne Industrieanlagen, die eine nachhaltige Produktion ermöglichen sowie für Services, die im vergangenen Jahr für 30 Prozent der Umsätze im Großanlagenbau verantwortlich waren.

Im Inland lagen die Bestellungen 2021 – wie schon im Vorjahr – bei 3,2 Milliarden Euro. Dabei sank die Nachfrage nach Kraftwerken auf den niedrigsten Wert seit Jahrzehnten. Nowicki: „Der bevorstehende Atomausstieg, das absehbare Ende der Kohleverstromung und Unsicherheiten über die Zukunft des Energieträgers Erdgas sind wesentliche Gründe für die aktuelle Investitionszurückhaltung im Bereich der thermischen Energieerzeugung.“

2021: Auslandsgeschäft dank Großaufträgen auf dem Höhenflug

Im Auslandsgeschäft kam es 2021 zu einer außergewöhnlich kräftigen Belebung. Die Auftragseingänge stiegen um 108 Prozent auf 18,0 Milliarden Euro (2020: 8,6 Milliarden Euro). Das größte Wachstum verzeichneten die Länder Osteuropas, auch die Bestellungen aus Ostasien und dem Nahen und Mittleren Osten legten kräftig zu. Ein Großteil der Auslands-Bestellungen geht auf die für die Auslastung der Unternehmen besonders wichtigen Großaufträge im Wert von über 25 Millionen Euro zurück. Im Berichtszeitraum gab es 125 solcher Projekte im Gesamtwert von 13,7 Milliarden Euro (2020: 70 Großprojekte mit 5,5 Milliarden Euro). Einige dieser Aufträge sind auf Vorhaben zurückzuführen, die ursprünglich für 2020 geplant waren, aufgrund der Pandemie aber ins Folgejahr verschoben werden mussten.

„Es hat sich ausgezahlt, dass die Mitglieder der AGAB das erste Jahr der Pandemie dafür genutzt haben, ihre Unternehmensprozesse noch stärker zu digitalisieren, neue Geschäftsfelder zu erschließen und das Angebot von Produkten für den Klimaschutz auszubauen. Die Unternehmen sind dadurch international deutlich wettbewerbsfähiger geworden und gehen gestärkt aus der Coronakrise hervor“, ordnete Jürgen Nowicki, Sprecher der AGAB und CEO von Linde Engineering, die Markterfolge des vergangenen Jahres ein.

„Der Großanlagenbau ist Wegbereiter der globalen Energie- und Mobilitätswende und trägt wesentlich zur nachhaltigen Industrieproduktion bei.“

Jürgen Nowicki, Sprecher der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau


Text: VDMA e.V.

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