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Sachsens Maschinenbau findet 2021 zurück in die Spur

by Redaktion

Sachsens Maschinenbau-Betriebe haben 2021 ihren Gesamtumsatz deutlich gesteigert. Dazu beigetragen hat vor allem das Auslandsgeschäft.

  • Gesamtumsatz steigt gegenüber Vorjahr um 10 Prozent
  • China größter Handelspartner
  • Weniger Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern

Deutlich mehr Aufträge und ein kräftiges Umsatzplus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr: Für Sachsens Maschinenbau-Betriebe ging es 2021 wieder aufwärts. Das geht aus den Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen für Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern hervor.

Die knapp 200 sächsischen Maschinenbau-Unternehmen in dieser Betriebsgröße verkauften im Jahr 2021 Maschinen, Anlagen, Komponenten und Dienstleistungen im Wert von etwa 7,4 Milliarden Euro – ein Jahr zuvor waren es 6,7 Milliarden Euro. „Damit hat die Branche einen erfreulichen Erholungsprozess gestartet, vom Allzeithoch aus dem Jahr 2019 mit einem Gesamtumsatz von 8,3 Milliarden Euro war sie jedoch vor allem aufgrund der Coronavirus-Pandemie weit entfernt“, sagt Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Inlands- und Auslandsgeschäft 2021 nahezu ausgewogen

Vor allem das Auslandsgeschäft trug zum Umsatzplus bei. Der Auslandsumsatz der sächsischen Maschinenbau-Unternehmen stieg von 3,3 Milliarden Euro (2020) auf 3,7 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von etwa 15 Prozent. Die meisten Waren und Dienstleistungen gingen dabei nach China, Frankreich, in die USA, nach Tschechien und Großbritannien. Allein jedes fünfte Produkt wurde an chinesische Kunden verkauft (22 Prozent).

Der Umsatz im Inland legte gegenüber 2020 um fast 6 Prozent zu – er wuchs von etwa 3,5 Milliarden Euro auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Damit waren das Inlands- und Auslandsgeschäft nahezu ausgeglichen. Die Exportquote lag im Jahr 2021 bei 50,5 Prozent.

Unternehmen bauen Arbeitsplätze ab

Die direkten und indirekten Auswirkungen der Pandemie schlugen sich auch in der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen nieder. So erfasste das Statistische Landesamt für 2021 im Jahresdurchschnitt 197 sächsische Maschinen- und Anlagenbauer mit mindestens 50 Mitarbeitenden – 2020 waren es 209 Betriebe. In den Unternehmen dieser Größenordnung arbeiteten im Jahr 2021 durchschnittlich nahezu 33.500 Menschen. So wenige Beschäftigte wies die Statistik zuletzt im Jahr 2015 aus.

Sachsen führt ostdeutsches Ranking an

Im Vergleich der ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlin rangiert Sachsens Maschinen- und Anlagenbau bei Umsatz und Beschäftigtenzahlen weiterhin an erster Stelle. Mit einem Gesamtumsatz von jeweils rund 3 Milliarden Euro folgen Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern auf den Rängen zwei und drei. Thüringen steht zudem an zweiter Stelle des Beschäftigten-Rankings (rund 15.000), auf Platz drei liegt Sachsen-Anhalt (11.700).

„Das Ergebnis zeigt die Stärke des Industriezweigs und die Bedeutung des Maschinenbaus für die sächsische Wirtschaft. Es ist beeindruckend, wie die Unternehmen trotz der vielen Hindernisse infolge der Pandemie in die Spur zurückgefunden haben. Die Lieferengpässe haben eine noch kraftvollere Entwicklung verhindert“, betont Köhn.

Für 2022 wagt er indes keine Prognose. Zu ungewiss ist zum einen die weitere Entwicklung der Pandemie und die damit verbundenen Auswirkungen auf betriebliche Quarantäneregelungen, Vertriebsaktivitäten sowie Reisemöglichkeiten. Zum anderen beeinflusst der aktuelle Krieg in der Ukraine den Handel weltweit. So könne sich die globale Unsicherheit auf die Investitionen zahlreicher Kundenbranchen auswirken. Weitere Unsicherheitsfaktoren sind Köhn zufolge der anhaltende Materialmangel, Probleme in den Lieferketten sowie die Fachkräftelücke.


Text: VDMA e.V. Landesverband Ost

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